Jaks in Naryn

Februar 21st, 2012 by lukast

Ein Gedanke schwirrte meiner Mitbewohnerin Kasia schon seit langem im Kopf herrum, sie will Jaks sehen und das Einizge was man über Kirgistan in ihrer Heimt weiß ist, dass es hier Jaks gibt und diese sogar geritten werden sollen, dann muss man der Sache natürlich mal auf den Grund gehen. Nur leider gibt es in Bischkek keine Jaks, also was muss ein Ausweichplan her. Da sie irgendwo aufgeschnappt hatte, dass es in Naryn sehr viele Jaks geben soll wird an einem schönen Samstag schnell der Rucksack gepackt, beide Mitbewohner, Aaron und meine Wenigkeit,  geschnappt und los geht es in die Stadt Naryn . Natürlich wird vorher noch schnell abgeklärt ob es dort eine Möglichkeit zum Übernachten gibt, gibt es, eine Mutter einer Bekannten der Freundin eines Freundes lebt dort und kann uns behilflich sein. Morgens um Acht Uhr soll die einizge Möglichkei seine eine Maschrutka nach Naryn zu bekommen und mit einer einstündigden landesüblichen Verspätung fährt diese auch los. Sieben Stunden soll die Fahrt dauern und die Enge in dem Mercedes Sprinter macht das Ganz nicht angenehmer. Als Entschädigung führt uns unsere Fahrt über verschneite Gebirgspässe, tiefe Täler und vorbei an zu Eis erstarrten Seen. Die Straßen sind fürchterlich und die permanente Wackelei lässt mich nur mit dem Aufbringen all meiner Kräfte mein zu mir genommenes Früchstück behalten. Nach einer Höllenfahrt, die alle Glieder zum schmerzen gebracht hat, kommen wir in Naryn an. Da waren wir nun, drei Ausländer mutterseelen allein in einer kleinen Provinzhauptstadt die gerade einmal 40.000 Einwohner zählt. Hier soll es doch irgendwo Jaks geben? Doch schon bald trafen wir unsere Kontaktperson. Die nette Dame zeigte uns ihre Arbeitsstelle, eine Art Bildungszentrum, und anschließend gingen wir in einem kleinen kirgisischen Restaurant essen. Nachdem wir gegessen hatten wurde uns unser Hotel gezeigt in dem wir die Nacht verbringen sollten. Da Naryn die letzte größere Stadt vor der chinesischen Grenze ist beherbergt es oft Touristen oder Personen die geschäflich auf der Durchreise sind. ACHTUNG!, wer jetzt denkt in Naryn erwarten ihn deswegen Sterne-Hotels in Massen der hat weit gefehlt.Das einzige Hotel in Naryn ist ein altes, wohl noch aus Sowjetzeiten stammendes, Blockgebäude in welchem die ein oder andere Fensterscheibe zerbrochen ist und das angrenzende Gebäude, in dem sich mal ein Restaurant befunden haben soll, steht, so scheint es zumindest, kurz vor dem Einsturz. Die Szenarie erinnert mehr an einen Horrosfilm und das Cafe im Erdgeschoss wird um acht Uhr Abends zur Stadtdisko umgewandelt, aus welcher dann laute kirgisische Techno Musik schallt zu welcher heftig getanzt wird.

Hotel

Nachdem wir unser Zimmer in Augenschein genommen haben, ein kleiner Raum mit vier Betten, wollten wir ein bisschen die Stadt erkunden. Zu einer der lieblings Beschäftigungen von Kasia und Aaron gehört es Basare zu besichtigen und da es in jeder kirgisischen Stadt mindesten einen gibt, darf der in Naryn natürlich auch nicht ausgelassen werden. Leider waren wir schon etwas spät dran und viele Stände hatten bereits geschlossen. Nach ein paar Fotos mit Genosse Lenin, der noch erhaben auf einem großen Platz steht, wollte wir die nahen Begre besteigen.

Lenin

Nur wie kommen wir da hin? Durch ein Wohnviertel irrend, in welchem uns ein jedes Kind ein “Hello” hinterherschreit, da wir ja offensichtlich Ausländer sind, treffen wir auf einen stark betrunkenen Mann der, nachdem er zunächst vorgegeben hat mit uns sprechen  zu wollen, uns nach Geld für Tee fragt und als wir abwinken agressiver wird. Schnell machen wir uns aus dem Staub und finden doch endlich einen Durchgang zu den Bergen. Da die Sonne schon im Untergehen begriffen ist besteigen wir lediglich einen kleinen Hügel von welchem wir ganz Naryn überblicken können. Anschließend begeben wir uns zurück zu unseren Hotel in dem wir etwas essen und am Abend bei ein paar Bierchen zusammen sitzen , Karten spielen und im Hintergrund beständig den fürchterlichen Techno aus der Stadtdisko hören. Am nächsten Tag ist es endlich so weit, heute würden wir Yaks sehen. Die Frau die wir am Vortag getroffen haben hat uns für diesen Zweck einen Fahrer organisiert der uns mit einem alten nicht gerade vertrauenserweckenden VW in die Berge bringen soll. Mit enomer Geschwindigkeit ging es auf Schotterpisten die Berge hinauf und bei Gescheppere und Gklappere stellt Aaron fest: “Das ist wie in einem Gocart”.

auto

Nach einiger Zeit erreichenten wir einen kleinen Bauernhof weit oben  in den Bergen. Verdammt, immer noch keine Jaks. Nach einiger Zeit sahen wir sie dann, ein befreundeter Hirte des Fahrers treibt extra für die Ausländer eine seiner kleinen Jakherden zu seinem Bauernhof damit die Fremden diese bestaunen können. Leider war diese Jak Rasse eine der kleineren, doch nichts deso trotz freute sich Kasia wie ein kleines Kind endlich die lang ersehnten Yaks zu bestaunen.

Jaks

Nachdem alle noch kurz auf dem Pferd des Hirten sitzten durften geht es wieder in das Taal. Doch unser Fahrer fährt nicht wie erwartet zur Hauptstraße zurück sondern führt uns in eine kleine Wohngegend wo wir vor einem Haus halten. Dort lebt die Frau, welche wir am Vortag kennen gerlernt hatten und schnell stellten wir fest, dass wir bei ihrer Familie zum Essen eingeladen sind. Nachdem ich schon nach dem Salat sehr gesättigt sind, gibt es anschließend noch einen Teller voll mit Bloff.

essen

Nach zwei kleinen Gläsern Wodka für die Gäste bedanken wir uns und unser Fahrer  bringt uns zum Zentralen Platz in Naryn wo er ein Taxi für uns organisiert. Auch wenn ich mich bereits an den kirgisischen Fahrstil gewohnt habe, übertraf dieser ausgewählter Fahrer doch wohl alles bisher gesehne. Auf löchrigen Asphalt und Schotterpisten, überholt er riskant jedes Auto das ihm in den Weg kommt und nicht nur einmal sehe ich das entgegenkommende Auto schon in unsere Motorhaube krachen. Endlich kommen  wir wieder in Bischkek an und mit schmerzenden Gliedern steigen wir aus dem Taxi, eine Erlebnissreise Reise hatte ihr Ende gefunden.

Der Frühling hält bedächtigen Einzug

Februar 15th, 2012 by lukast

Auch wenn man es kaum glauben mag und nach Wochen der sibirischen Kälte es kaum  abzusehen war, scheint es nun doch so, als ob der kirgisische Lenz  langsam an Boden im verschneiten Bischkek gewinnt. Manchmal klettert das Termometer über die Null Grad Marke und immer früher lässt die aufgehende Sonne die nahen Berge in einem bezaubernden Gold erstrahlen und schührt zunehmend eine Sehnsucht wieder einen Berg zu erklimmen. Schon laufen kleine Rinnsale aus Schmelzwasser die Dächer herunter und der vereiste Boden. der über Moante für schmezhafte Stürze bei den Bewohner der Stadt gesorgt hat, zeigt wieder sein wahres Gesicht. Aus den Augen aus den Sinn scheint hier doch passend, denn was über die kalten Monate fast in Vergessenheit geraten war tritt nun wieder zum vorschein. Die unzähligen Schlaglöcher, welche die Straßen spicken kommen hervor, füllen sich mir dreckigem brauen Schmelzwasser und bespritzen, mit der Hilfe durchfahrender Autos, Pasanten mit einer Brühe voll, die noch nichteinmal die  zahlreichen Straßenköter zu trinken wagen. Die Müllhaufen, die sich seitlich der Straßen unter Schnee und Eis verborgen hielten, kriechen nun wieder hervor und rufen einem wieder einmal den achtlose Umgang der Stadtbewohner mit deren Abfall ins Gedächtniss. Alles in Allem bietet der kommende Frühling eine ungewohnt abstoßende Szenerie in Bischkek, das monotone weiß, welches die vorherrschende Farbe der letzten Monate war, wird nun allmählich von braun und grau Töne abgelöst, was eine unwesentliche Verbesserung der zur verfügung stehende Farbpalette dieser Tag darstellt. Aber doch weiß ich wohl, dass die trübe Stimmung die mir mein Wohnort im Moment bietet nur von kurzer währen wird. Zu gut erinnere ich mich an den vergangen Herbst , als die Parks in Gold und Rot gekleidet waren, Sonnenstrahlen durch das welke Blätterwek die Wege erstrahlen ließen und das fallende Laub einen sanft an die Vergänglichkeit erinnerte. Nun wagen bereits die ersten Eichhörnchen, welche die Bäume vor meiem Fenster bewohnen, erste Blicke aus ihren Baumhöhlen, schnuppern die frische Luft nach ihrem langen Versteckspiel vor Väterchen Frost und wagen noch mit müden Gliedern erste Sprüge zu benachbarten Bäumen. Schon bald werden die ersten Knospen aus den Zweigen hervorbrechen und  spätestens Anfgang April, so hoffe ich, werden die Grünanlagen mit Blüten und sprießenden Blumen übersäht sein.

Die Arbeit I.

Dezember 23rd, 2011 by lukast

Da ich es in den letzten Monaten versäumte habe über meine Arbeit zu berichten, möchte ich dies in diesem Blogeintrag nachholen. In drei Monaten sammeln sich wohl zu viele Ereignisse an um über jedes einzelne detaliert zu berichten. Deshlab möchte ich mich hier auf den typischen Tagesablauf und einige wichtige Begebenheiten beschränken. Ein typischer Tagesablauf läuft inzwischen weitgehenst routiniert ab. Nachdem die Kinder, teils per Bus teils aus der nahen Wohngruppe, in der Schule angekommen sind begeht die komplette Schule das allmorgendliche Ritual des “Morgenkreises”, in dem gesungen wird und festgestellt wird welche Kinder heute fehlen. Anschließend bleiben einige Klassen in dem Haupgebäude und ich begebe mich mit meiner “Werkoberstufe” in das nahe Haus, in welchem diese unterrichtet wird. Dort verbringen wir zunächst einen Teil des Morgens in der Werkstatt wo ich insbesondere auf die schwerer behinderten Kinder aufpasse, diese beschäfige und kleinere Übungen mit ihnen mache. Bei einem sehr schwer behinerten Mädchen sehe ich zunehmend Fortschritte, sie kann inzwischen ihre rechte Hand öffnen und Dinge greifen was ihr auch ermöglicht einige Töne auf einen Xylophon zu spielen wobei sie oft vor Freude brüllt und es ihr sichtlich Freude bereitet. Schwerer ist die Arbeit mit einem autistischen Schüler, da es schwer ist zu ihm durchzudringen und ihm begreiflich zu machen was man von ihm verlangt. Hier macht nicht er Fortschritte sondern viel mehr ich, da ich langsam begreife wie ich in seine Welt vordringe und ihn animieren kann. Von den acht Kindern die sich in meiner Klasse befinden, sind drei lediglich physisch behindert und somit auf ihren Rollstuhl angewiesen. Ich musste allerdings mit erstauenn festellen, dass ihre abhängigkeit von diesen nicht so groß ich wie ich zunächst erwartet hatte. Denn diese drei besitzten außergewöhnliche Fähigkeiten. Durch das jahrelange benutzten ihrer Rollstühle haben sich die Muskeln in Armen und Händen soweit entwickelt, dass es ihnen möglich ist sich auch nur mit Hilfe ihrer Hände forzubewegen. Doch das ich bei weitem nicht das fazinierenste. Denn durch lange Arbeit mit dem in der Schule arbeitenden Tanzlehrer, haben sie gelernt Breakdance zu Tanzen. Was ich zunächst kaum glauben konnte wurde mir bereits am ersten Tag im Zentrum gezeigt. Auf den Händen um die eigene Achse wirbeln, einiarmige Handstände auf dem Boden oder den Händen des anderen machen gehört zu ihren beeindruckensden Kunststücken. Mit diesen erstaunlichen Fähigkeiten haben sie auch bereits an Wettbewerben Teilgenommen, Preise gewonnen und letztens Jahr führte sie ihr Sport sogar nach Österreichen, wo sie an einer hießigen Talentshow teilnahmen. Doch vor lauter schwärmen von meinen “Breakdance-Kindern” sollte ich natürlich auch nicht ausser acht lassen, dass es in meiner Klasse noch mehr Kindern gibt, von welchen jedes auf seine eigene Art erstaunlich ist, wie es sein Schicksal meistert und dabei seine Lebensfreude bewahrt. Ein anderes Mädchen aus meiner Klasse erfüllt mich jeden Tag wieder aufs neue mit Freude wenn ich beobachten darf wie es mit ihrem Schweren Los fertig wird und dabei stets vergnügt und fröhlich ist. Dieses Kinder is an den Rollstuhl gebunden, hat schwerste körperliche Deformationen und kann sich lediglich durch einzelne gehauchte Wörter bemerkbar machen. Doch sie weißt eine enorm hohe Wissbegierde auf und möchte an jedem Unterricht zur Gänze teilnehmen. Es ist ihr allerdings nur möglich ihren rechten Arm in einem Winkel von knapp 10° zu bewegen und feinmotorig kann man bei ihr vergebens suchen. Deshalb nimmt mich dieses Kind zu Unterrichtszeiten am meisten in Anspruch. Stets muss ich ihren Arm führen damit sie die gelehrten Themen in ihr Heft schreiben kann und bin ich einmal kurz nicht aufmerksamt ermaht sie mich sofort mit einem vorwurfsvollen und motivierenden Ruf meines Namens. Inzwischen beherrscht sie die Zahlen von Eins bis Zehn sowohl in Deutsch als auch auf Russich und die Matheleherin hat es bereits geschafft, ihr beizubringen einfache Matheaufgaben zu lösen. Doch es gibt einen anderen Schüler der mich wohl am meiste auf Trab hält. Ein kleiner Junge, der aufgrund seines Alters eigentlich nicht in der Werkoberstufe gehört, den aber keine der anderen Lehrerinnen mehr in deren Klassen haben wollte. Den Grund dafür darf ich jeden Tag erfahren, er ist ein pures Energiebündel, hört kaum auf Anweißungen und trotz seiner noch kurzen Beinen schafft er es doch des öfteren zu entwischen, woraufhin eine kleine Vervolgungsjagd beginnt, die ich zwar ohne Mühe gewinnen mich aber trotzdem Kraft und Nerven kostet. Doch diesem Kniprs sehe ich mich nicht alleine gegenübergestellt, denn ein anderer Schüler der für sein Alter von 16 Jahren bereits eine erstaunliche größe für kirgiscihe Verhältnisse erreicht hat und sogar mich bereits überragt, sieht sich gerne in der Rolle eines Aushilfslehrers und ist mir des Öfteren dabei behilflich meinen kleinen Ausreiser zu bändigen. Dabei muss ich allerdings aufpassen dass er dies nicht mit Gewalt versucht, da es in der kirgischen Gesellschaft leider noch zuweit verbreitet ist, dass man Kindern gelegentlich eine “Watsche” verpasst. Doch auch wenn es manchmal etwas stressig auf Kinder mit so verschiedenen Behinderungen und Charaktern aufzupassen, so mag ich doch jedes Einzelne von ihnen auf seine ganz eigene Weise. Um zum Tagesablauf zurückzukehren: Nach dem Werkunterricht gibt es ein kleines Frühstück auf welches anderer Unterricht wie Biologie, Russich oder (sehr zu meinem Leidwesen und das meiner Schüler) auch Mathe folgt. Nach dem Mittagessen wird noch etwas Session bedingte Bastelarbeit gemacht, wie zum Beispiel Weihnachtskarten oder Neujahrsschmuck basteln und anschließend geht es zum Schulbus. Sofern dieser funktioniert was bei minus 20° nicht selbstverständlich ist und so habe ich in der letzten Arbeitswoche meinen Hin-und Rückweg mit meinem Schüler, dem Energiebündel beschreiten dürfen. Momentan kommen wir allerdings kaum noch zum unterrichten, da wir uns vor Konzerten von anderen Schulen und Universitäten kaum noch retten können. Denn das hießige Neujahrsfest, welches ein Überbleibsel aus Sowjet Zeiten darstellt, ist vergleichbar mit unserem Weihnachten. Es gibt einen Tannenbaum, einen Weihnachtsmann der hier Väterchen Frost oder Дед Мороз heißt und anscheinend ist es im Dezember üblich Gutes zu tun. Mehrmals die Woche werden wir von Schülern, Studenten oder zuletzt auch von Soldaten aus der nahen Áir-Force-Base besucht, die Lieder singen, tanzen, kleine Geschenke verteilen und sonst allerlei Unterhaltung bieten. Es ist schön die Freude in den Augen der Kinder zu beobachten wenn Väterchen Frost den Raum betritt, Süßigkeiten, Spielzeug und Plüschtiere verteilt. Bei dem Besuch einer Universität welche auch mit Breakdancern aufboten, kam es sogar zu einem kleinen Breakdance Wettkampf zwischen meinen Schülern und den Breakdance tanzenden Studenten.

Des Öfteren wurde ich schon nach Bildern aus meiner Arbeit gefragt. Da ich die Bilder meiner Kinder ungern im Facebook zur Schau stelle, biete ich jedem an, der Interesse an den Bildern hat, mich zu kontaktieren, seine E-mail Adresse zu hinterlegen und anschließend werde ich mich bemühen euch die Bilder möglichst schnell zukommen zu lassen.

Fünf Tage Issyk-Kul und Berge

Dezember 7th, 2011 by lukast
23. – 27 November
Nachdem gerade einmal zwei Wochen nach dem letzten Ausflug zum Issy-Kul vergangen waren zog es mich wieder an den See, Diesmal sollte der Trip keine drei, sondern ganze fünf Tage dauern. Oft besuchten wir auch Ort an denen wir bei der letzten Reise bereits waren. Deshalb werde ich dem dreitägigen Ausflug keinen Eintag widmen sondern lediglich an den ein oder anderen Stellen darauf verweisen, dass es beim letzten mal ähnlich war. Um halb neun Uhr morgens ging es in Bischkek los und bei frostigen Temperaturen begab ich mich zu dem vereinabrten Treffnpunkt unweit meiner Wohnung an dem mich unser Bergführer und Freund Artiom abholen sollte. Ungewöhnlich für kirgisische Verhältnisse war er soger überpünklich und erwartete mich dort bereits. Nachdem wir noch drei weitere Mitreisende eingesammelt hatten, ging es zunächst in Richtng Süden wo uns unsere erste Übernachtungsgelegenheit erwarten sollte. Denn Unweit von Bischkek, in den Anfängen der Berge, liegt die Datschja von Artiom eingebettet in ein Taal umgeben von Hügeln und in der Ferne aufragende Bergipfel die zu dieser Jahreszeit in weiß erstrahlen. An der Datschja angekommen begaben wir uns zugüig zu heißen Quellen die den Namen “Issyk-Ata” tragen was übersetzt etwas wie “warmer Vater” heißt. Dort konnte wir in einem warmen Becken entspannen während uns die schneebedeckten Berge umgaben. Anschließend ging es wieder zurück in die Datschja wo wir nach einem Mittagessen die möglichkeit hatten die Umliegenden Hügel zu erkunden. Nachdem wir zunächst eine kleinere Kuppe bestiegen hatten lenkten wir in Richtung eines großen, aber nicht all zu schwer anmaßenden Hügels ein. Umsonäher wir dem Hügel kamen um somehr wurde uns unser Irrtum bewusst. Denn was aus der Ferne nach einem steilen Anstieg aussah, entpuppte sich nach näherer Betrachtung als ein kaum zu überwindender Anstieg der durch den Schnee noch erschwert wurde. Nach einer gefühlten Ewigkeit und vielen Metern die man zunächst erklommen und dann in frustrirender Weiße wieder heruntergerutsch war, hatten wir die Berg dennoch erklommen. Von dem höchsten Punkt bot sich uns eine Atemberaubender Atemberaubende Aussicht. In unseren Rücken streckten sich die schneebedeckten Berge gen Himmel und vor uns Lag die große Ebene auf der sich auch Bischkek befindet. Langsam krochen Wolken die Berge un das Taal hinauf aus welchem wir gekommen waren und wo wir auch wieder zurück mussten. Wir traten also den Rückweg an und fanden einen westentlich einfacheren Weg den Berg hinunter und waren einerseits froh den steilen Abhang nich mehr hinunter zu müssen andererseits auch wieder etwas frustirierd dass wir ihn überhaupt erst erklimmen mussten. Nachdem wir uns durch nahene Wolken gekämpft hatten erreichten wir die Datschja wieder wo uns ein  gutes Abendessen erwartete. Am Abend saß man noch etwas zusammen trank den obligatorischen Wodka und spielte Karten. Am nächsten morgen ging es wieder los. Nach dem Früchstück wurde der VW Bus wieder beladen und es gin in Richtung Kotsch-Kor wo wir die nächste Nacht verbringen sollten. Zunächst besuchten wir aber eine alte Ausgrabungsstätte, bei welcher ein großer Turm stand der bereits von verschiedenen Religionen und Ethnien zu deren Zwecke verwendet wurde. Auch gab es Steine mit verschiedenen Gesischtern oder Schriften. Manchen dienten Riten andere zum mahlen von Mehl. Nachdem wir uns durch die Berge und über Pässe gekämpft hatten, wo wir den ein oder anderen Stop machten und die Landschaft bestaunten kamen wir in Kotsch-Kor an, was mir nicht unbekannt war da ich bereits bei dem vorherigen Trip in den gleichen Gasthaus eingekehrt war. Der Besitzer erinnerte sich noch an mich und auch sonst war alles perfekt wie beim letzten Mal.Am nächsten Tag ging es weiter. Nachdem wir ein Haus besucht hatten welches halb Souvenirshopp, halb Museeum war wurde die fahrt in Richtung Issyk-Kul fortgesetzt. Nach  einiger Zeit, kurz bevor wir die ersten Ausläufer  des Issyk-Kul erblickten, ließen uns braune und weiße Flecken die sich auf der gleichfarbigen Landschaft nur durch ihre Bewegung bemrkbar machten, aufmerken. Bei näherer Betrachtung erkannten wir, dass es sich hierbei um Kamele handelte. Freudig über unserern Fund stoppten wir das Auto und näherten uns erfürchtig. Aus nächster Nähe konnten wir die Tier genauer betrachten. Bis ein großes Kamelmännchen unser überdrüßig wurde und wir lieber schnell zu dem Auto zurückkehrten da er sich uns kontinuierlich näherte. Endlich erreichtn  wir den Issy-Kul und nach einige Zeit des fahrens stoppten wir an einem schönen steinigen Ufer und nahmen unser Mittagessen zu uns. Anschließen besuchten wir den Fairy-Tale Canyon und bestaunten die atemberaubende vielfalt an Farben und Formen. Nach einiger Zeit des umherwanderns und kletterns setzten wir unsere Reise fort und bogen recht bald in Richtung  der Berge ab. Auf einer Straße, die sich in erstaunlich gutem Zusstand befand, kämpfte sich das Auto den Berg hinauf. Schon bald wurde uns bewusst warum die Straße keinerlei Schläglöcher oer sonstige Schäden hatte. Denn am Ende der Straße solle sich eine Goldmine befinden in ganz Kirsigtsan finde man keine so gut intakte Straße auf einen Berg wie diese, so wurde uns berichtet. Nachdem wir diesem kirgisschen Highway einige Zeit gefolgt waren und immer tiefer in die Berge und in bewaldetete Gebiete eingedrungen waren stoppten wir an einem kleinen Haus wo wir die nächste Nacht verbringen  sollten. Unsere Gastgeben war ein nettes älteres kirgischen Ehepaar welches in dieser Hütte ohne Strom und fließend Wasser lebt. Beim essen ergaben die Petroliumlampe eine wunderbare Athmosphäre. Lang blieben wir wach spielten Karten und unser Bergführer berichtete uns über seine früheren Jeti Sichtungen, was  dazu führte,dass der Weg zur Toilette, welche auserhalb des Hauses lag zu einer Mutprobe wurde und man in jedem Schatten und jeder Bewegung der Nacht den Jeti vermutete. Nach einer kurzen Nacht in dem gemütlichen und warmen Haus brachen wir nach einem deftigen Frühstück wieder auf, denn wir wollten hoch Hinaus. von der Hütte welche bereits auf 2600 Metern gelegen war stieg die Straße weiter an und führte uns in Windungen auf eine Höhe von 4000 Metern. Vor uns erstreckte sich ein weites Schneefeld, das nur manchmal von herausragenden Felsen und der Straße durchbrochen wurde. Bevor es weiter gehen konnte musste aber ersteinmal ein Stop  gemacht werden. Denn ein nicht allzukleiner Stein hatte sich in unseren Reifen gebort und unsere Fahrt gestoppt. Nach einem schnellen Reifenwechsel, den Artiom routiniert wie ein Formel 1 Mechaniker duchführte, ging die Fahrt über das Schneefeld weiter. Bei einem weiteren stop bei dem wir den Tiefschnee erkundeten erzählte man uns, dass die chinesische Grenze nur 80 Kilometer von unserem Momenten Aufenthaltsort entfernt sei. China, das Land welches seit meiner Kindheit als Synonym für das andere Seite der Welt gegolten hatte, und nun waren wir gerade einmal wenige Kilmoeter davon enfernt und die Ferne schien zum greifen nah zu sein. Bei unserer Fahrt zurück ins Taal machten wir noch einen kurzen Spaziergang zu einem halb gefrorenen Wasserfall und anschließend ging es  wieder auf zurück zum Issy-Kul auf lächerliche 1200 Meter. Zügig setzten wir usnere Reise in Richtung Karakol fort, denn vor dem Einbruch der Dunkelheit wollten wir noch eine berühmte Felsformation sehen. Schon in der Dämerung erreichten wir die “Seven Bulls”. Eine Felsgruppe welche heute zwar mehr als sieben Felsen zählt aber früher mal weniger gewesen sein sollten. Nun ging es aber endgültig nach Karakol. Hier stiegen wir bei einer netten russich stämmigen Familie in deren Gasthaus ab wo wir gut bewirtet wurden. Der darauf folgende Tag sollte recht ereignisslos werden da wir den letzten TAg dazu nutzten die komplette Strecke, welche wir an den vorherigen Tagen gefahren waren an einem zurückzufahren. Nach einer langen und anstrengenden Fahrt während der wir noch  einen Stop an einem Freilichmuseeum gemacht hatten und anschließend ein stillgelegten Flugfeld als kleine Rennstrecke missbraucht hatten,kamen  wir wieder in Bischkek an. In der Dunkelheit kam ich erschöpft und gesättigt von neuen Eindrücken zu Hause an. Diese Tour hatte uns zu abwechslungsreichen Landschaften geführt. Von trockenen Hochebenen durch bunte Canyons und hinauf auf schneebedeckte Berge. Nie zuvor habe ich ein Land bereist welches so vielfältige Natur zu bieten hat.

Kirgistan wählt.

Oktober 29th, 2011 by lukast

Regierungssitz

Regierungssitz

Präsidentschaftswahlen in Kirgistan

Nachdem es im letzten Jahr zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen war, die zum Sturz des autoritären Systems des Machthabers Bakijev führten und Kirgistan somit zur ersten parlamentarischen Republik Zentralasiens machten, stehen am Sonntag, dem 30. Oktober, die ersten freien Präsidentschaftswahlen an. Mit Spannung Blicken wir auf die bevorstehende Wahl, denn nachwievor gilt Kirgistan als ein höchst instabiles Land und unsere Botschaft hat uns bereits geraten, dass wir uns mit Lebensmittel für einige Tage eindecken sollten, so dass wir im Notfall einige Tage zu Hause bleiben könnten. Aber das mag nun alles schlimmer klingen als es in Wirklichkeit ist, oder wie es erwartet wird zu sein. Denn bereits bei den schlimmen Ausschreitungen im letzten Jahr sah die Deutsche Botschaft keine Veranlassung deutsche Staatsbürger vor den Unruhen zu beschützen oder gar auszufliegen. Dennoch ist die Lage Momentan recht undurchsichtig, denn es ist nicht auszuschließen, dass die  enttäuschten Anhänger des nicht gewählten Präsidenten ihren Unmut mit Gewalt Ausdruck verleihen, dass diese Handlungen sämtliches demokratische Verständnis vermissen  ließe brauche ich wohl nicht weiter zu erwähnen. Ein weiterer Auslöser von Gewalt könnte ein Ergebnis, sein nach dem keiner der Präsidenten einen klaren Sieg davon tragen kann und es zu einer Stichwahl zwischen zwei Kandidaten kommen müsste. Dies könnte Frustration über die junge Demokratie aufkeimen lassen und ist bei der enormen Anzahl an Bewerbern nicht unwahrscheinlich.    Doch die Bevölkerung hat aus den Unruhen, die Kirgistan nicht erst im letzten Jahr zum ersten Mal heimgesucht haben, gelernt. In der Stadt haben sich Bürgerwehren formiert, die deeskalierend agieren sollen und im Notfall Wohnviertel beschützen sollen. 10.000 sollen sich bereits diesen Zivilen Milizen angeschlossen haben.

Als einer der aussichtsreichsten Kandidaten gilt der  Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei Kirgistans und Momentaner Regierungschef Almasbek Atambajew. Auch liegt in ihm die Hoffnung, dass er den demokratischen Wandel des Landes weiter vorantreibt und dem Präsidenten, nicht wie es von manch anderen Parteien versprochen wird,  keinen weiteren Befugnisse einräumt die zu einem erstarken eines autoritären Systems führen würden. Nicht zu Hoffen ist, dass nationalistische Kräfte wieder die Oberhand gewinnen, den Hass  auf nicht-Kirgisen schüren und den gewonnenen demokratischen Erfolg zu Nichte machen. So versprach zum Beispiel die Partei des ehemaligen Machthabers Bakijev, Ata-Zhurt, bei den Parlamentswahlen im vergangen Jahr eine Rückkehr zu dem alten Autoritären System und ein wieder einsetzten des gestürzten Präsidenten.  Trotz des von der Bevölkerung getragen Umsturzes, gelang es der nationalistisch-konservativen Partei Ata-Zhurt, einen Wahlsieg bei den Parlamentswahlen davon zu tragen. Den Sieg trug die Partei mit einem Stimmenanteil von gerade einmal  8,7% davon was. Dennoch gelang es der sozialdemokratischen Partei, welche 8,1 % erlangte,  durch Koalitionen die Mehrheit im Parlament zu erlangen und die Regierung zu stellen, nicht zuletzt da es lediglich fünf Parteien schafften über die 5 % Hürde zu kommen und in das Parlament einzuziehen.

Wenige Tage vor der Präsidentschaftswahl hat sich gezeigt wie weit Kirgistan noch von einem gut strukturierten  Land entfernt ist, als die Wahlkommission die Zahl der Wahlberechtigten kurzerhand von gut 2,5 Millionen auf 3 Millionen anhob und damit einen Fehler in ihren Berechnungen einräumten.

Nun bleibt nur zu Hoffen, dass die Wahl friedlich Verlaufen wird und es Kirgistan gelingt seine Vorreiterstellung als erste parlamentarische Demokratie Zentralasiens zu beweisen.

Der Canyon-Trip

Oktober 24th, 2011 by lukast

22.-23. Oktober

Um 6:00 Uhr morgens schwang ich mich noch etwas müde aber voller Vorfreude aus dem Bett. Denn für heute war wieder ein Ausflug in die Berge geplant und diesmal sollte er sogar zwei Tage dauern und eine Übernachtung im Zelt beinhalten. Nachdem ich noch schnell meinen Schlafsack und einiges an Essen in den Rucksack gepackt hatte machte ich mich auf den Weg zur Kreuzung wo ich von unserem Bergführer abgeholt werden sollte. Mit geringfügiger Verspätung traf der kleine VW Bus an der Kreuzung ein, in welchem bereits Malika und Franziska saßen. Wir verließen Bischkek in Richtung Osten und fuhren circa drei Stunden bis wir die Straße verließen und unsere Reise auf einem kleinen staubigen Weg fortsetzten. Nachdem wir ein kleines Dorf passiert hatten und ein Wasserloch durchfuhren, dass wir fast unterschätz hätten, kamen wir an unserem Zielort an. Auf einer kleinen Wiese nahe einem Fluss, wurden die Autos unserer Gruppe abgestellt und mit dem Aufbau begonnen. Schnell war das Zelt aufgebaut und wir wollten den nahen Canyon erkunden. Nach einigen Tipps unseres Reiseführers machten Franziska, Malika und ich uns auf den Weg in den Canyon, wo uns atemberaubenden Felsformationen erwarteten. Nachdem wir oft mehr kletternd als wandernd die Schluchten des Canyons erkundet hatten, erklommen wir einen hohen Grat, von welchem wir uns auf den Weg auf einen gegenüberliegenden Hügel machten. Auf diesem machten wir erst einmal Rast. Anschließend machten wir uns wieder an den Abstieg und erreichten nach kurzer Zeit wieder unser Camp, in welchem unsere Mitreisenden bereits mit Wodka und Bier einen lustigen Abend begonnen hatten. Schnell wurden auch wir in die Gruppe integriert und es wurde reichlich Wodka und Bier ausgeschenkt, ganz nach dem Gesetz der Gastfreundschaft fand ich mein Glas selten leer vor und wenn dies doch der Fall war bemühte man sich dem Abhilfe zu schaffen. Das Abendessen bereiteten wir gemeinsam zu und in einer großen Pfanne über einem Lagerfeuer wurde allerhand schmackhaftes angebraten und zu einem gut schmeckenden Eintopf vermengt. Am Feuer verbrachten wir den restlichen Abend und versuchten uns beim Pantomime spielen, im Darstellen allerhand schwieriger Sachen. Als die Temperatur immer weiter fiel und sich der anstrengende Tag letztendlich bemerkbar machte, begaben wir uns in unser Zelt, in welchem wärmende Schlafsäcke die frostige Nacht erträglich machten. Am nächsten Morgen packten wir unser Gepäck und verstauten es im Auto. Anschließend hatten wir noch einige Zeit abermals den Canyon zu erkunden. Obwohl wir bereits am vorherigen Tag im Canyon waren, war es in keinster Weiße eine Wiederholung des Vortages. Die verschlungen Schluchten boten unzählige Möglichkeiten zur Erkundung. Nachdem wir uns von dem Grund des Canyons durch kleine Schluchten bis fast an den höchsten Punkt gekämpft hatten machten wir uns wieder auf den Weg zum Lager wo unsere Abreise bevorstand. In einem kleinen Restaurant aßen wir noch etwas zu Mittag und fuhren anschließend wieder in Richtung Bischkek. Dort angekommen musste ich mich lediglich mit meinem Gepäck noch in eine überfüllte Marschrutka quetschen. Sehr zum Leidwesen der andren Fahrgäste musste ich feststellen, dass ein Rucksack und Wanderstöcke zu groß und sperrig für eine Marschrutka sind. Um 18 Uhr kam ich zu Hause an und schloss damit zwei sehr schöne Tage ab.

IMG_0207

IMG_0197

IMG_0158

Oktober 16th, 2011 by lukast

5. Oktober.  Deutschstunde (nicht von Lenz)

Am Mittwoch sollte mich eine neue Aufgabe  in der Arbeit erwarten. Denn zwei Tage zuvor wurde ich gefragt ob ich Interesse daran hätte den Kindern etwas Deutsch beizubringen. Mit Freuden nahm ich die Herausforderung an. Nachdem ich mir am Vortag einige Sachen überlegt hatte die ich den Kindern beibringen könnte, einfache Sätze der Begrüßung sollten für das Erste genügen, begann ich meinen Unterricht am nächsten Nachmittag. Euphorisch schrieb ich „Guten Tag“ und „Wie geht es dir“ an die Tafel und forderte die Kinder auf meinen  Sätze zu wiederholen. Nach einiger Zeit bemerkte ich eine gewisse Verwirrtheit bei den Kindern und fragte mich was ich denn falsch mache. Dann ging mir endlich ein Licht auf. Mir wurde bewusst, dass meine Schüler überhaupt keine Kenntnisse über das lateinische Alphabet haben. Etwas beschämt versuchte ich ihnen das Alphabet zu erklären, was auf Grund meiner geringen Kenntnisse über das kyrillische Alphabet jedoch nicht leicht war. Zum Glück eilte mir eine Kollege zu Hilfe. Nach 40 Minuten voller Missverständnisse war meine erste Unterrichtsstunde beendet und wir aßen zu Mittag. Abends bereiten wir unserem Mitbewohner Aibek eine kleine Überraschung, da heute seine Geburtstag war. Mit viel Fleiß und der Anleitung unserer polnischen Mitbewohnerin Kasia bereiten wir ihm eine polnische Spezialität namens  Pierogi zu.

8.Oktober. Geburtstagsparty

Am Samstag  wurde Aibeks Geburtstag dann endlich gebührend gefeiert. Nachdem wir einige Salate zubereitet hatten, erwarteten wir gegen Abend die Gäste in unserer Wohnung.  Freudig stießen wir auf den Ältesten unserer Wohnung an und verließen die Wohnung gegen 12 Uhr um in den Club „Globass“ zu fahren. Dort heizte eine Live band den Laden ordentlich ein und verbreitete gute Stimmung.  Nachdem wir den Rest der Nacht gefeiert hatten verließen wir den Club und ließen den Abend noch in unserer Wohnung ausklingen.

12.Oktober.

Am Mittwoch fand meine zweite deutsch Stunde in meinem Projekt statt. Diesmal hatte ich dazu gelernt. Zunächst wiederholte ich nochmal das Alphabeth und ging anschließend dazu über den Kindern Zahlen, Wochentage und Monate beizubringen. Insgesamt betrachte ich diese Stunde als recht gelungen, was mit Blick auf die vorherige Stunde schon eine immense Steigerung darstellte.

Bischkek

Oktober 16th, 2011 by lukast

Da ich meine Erfahrungen, die ich hier mache, nicht immer nur in den Artikeln meines Blogs verstecken möchte, eröffne ich diese Rubrik um Erfahrungen, die ich im Laufe meines Aufenthalts hier sammle, detailliert und Ereignis unabhängig darzustellen.

Nach dem ich die Stadt Bischkek nun langsam etwas besser kennen gelernt habe möchte ich mich doch nun auch einmal zu meinen Endrücken über diese äußern.

Pompöse Bauten prägen das Zentrum von Bischkek. Neben den Würfelartigen Gebilde welches das Nationalmuseum beinhaltet steht der kirgisische Regierungssitz, der  stark an das Regierungsgebäude in Washington D.C. erinnert und deshalb auch des Öfteren als „Weißes Haus“ bezeichnet wird. Vor dem Sitz der kirgisischen Regierung verläuft eine breite Straße, welche von Denkmälern und Parkanlagen gesäumt ist. All dies Bestätigt die Aussagen diverser Reiseführer welche Bischkek als eine alte sowjetische Musterstadt bezeichnen. Es ist nicht schwer vorstellbar, wie zu Zeiten der Sowjet Regierung Paraden und andere Festlichkeiten im Zentrum Bischkeks abgehalte wurden. Trotz des sozialistischen Touches, welcher Bischkek bis zum heutigen Tage anhaftet, macht die Stadt jedoch nicht den Eindruck als würde sie alten Zeiten Nachtrauern. Selbstbewusst wehen krigisischen Flaggen auf den Dächern der Bauten und Gedenktafeln erinnern an die Opfer der letzten Unruhen welche zum Sturz  des Bakijev Regimes geführt haben. Jung und dynamisch präsentiert sich Bischkek seinen Besuchern. Diesem Eindruck tut auch nicht die große Lenin Statue Abbruch die man nach der Unabhängigkeit kurzerhand von der Front des Nationalmuseum an dessen Rückseite verfrachtet hat. Kurz vor den Präsidentschaftswahlen Ende Oktober zeugen Wahlplakate von den jüngsten Errungenschaften, welche die Kirgisen seit April letzten Jahres genießen. Denn Bischkek ist die Hauptstadt des ersten Landes Zentral-Asiens, welches eine parlamentarische Demokratie besitzt und nicht mehr von der Willkür autoritärer Präsidenten abhängig ist. Auch wenn Bischkek keine Altstadt besitzt wie es in vielen Städten Europas üblich ist, so versprüht es dennoch einen gewissen Charme für Besucher. Auf die gesamte Fläche Bischkeks verteilen sich unzählige größere und kleinere Parkanlage, in denen sich am Nachmittag die Jugend der Stadt trifft und abends Veranstaltungen stattfinden. Hingegen aller Erwartung stellt sich auch das Nachtleben der Hauptstadt als erstaunlich füllig heraus. In vielen Clubs und Bars trifft sich Abend für Abend  die Jugend Bischkeks. Auch scheint es mir, dass ausländischen Firmen, besonders aus den USA, hier einen geeigneten Platz gefunden haben, an dem sie billig die Arbeit der Menschen in Anspruch nehmen können. Durch die Bekanntschaften die ich bereits gemacht habe entwickelt sich bei mir der Eindruck, dass es nicht wenige Menschen  aus Europa oder den USA gibt, die Bischkek als einen Zwischenstopp in ihrem Leben zum Arbeiten nutzten wollen.  All diese Beschreibungen sollen aber nicht über die extreme Armut hinwegtäuschen, die immer noch in großen Teilen der Stadt herrscht. Verlässt man das Zentrum und begibt sich in Wohngegenden, so erblickt man doch überall große Blockbauten, deren Äußeres die finanziellen Mittel der Bewohner erahnen lassen. Die Straßen sind geprägt von großen Schlaglöchern und es tummeln sich Rudel wilder Hunde in den Gassen.  Oft findet man an den Straßenrändern ältere Frauen die Gemüse oder Obst verkaufen. Bischkek bietet mannschmal ein skurriles Szenario, wenn sich bunte Reklame Tafeln über die verarmten Wohngebiete erheben und Glückseligkeit durch Konsum versprechen. Nach dem Zusammenbruch des Sozialismus kam der Kapitalismus, weckte Bedürfnisse die aber von den meisten Einwohner nicht gestillt werden können.

Die zweite Woche

Oktober 3rd, 2011 by lukast

27.September. Deutsches Bier in Kirgistan.

Nach dem  sich mein Magen wieder erholt hatte konnte ich voller Erwartungen in die neue Woche starten. Am Montag war der Tagesablauf nicht spektakulär und  daher kaum erwähnenswert.  Der Dienstag begann wie jeder anderer Tag, erstaunlich dass man nach einer Woche bereits von einem „normalen“ Tagesbeginn sprechen kann, aber es scheint mir als ob ich inzwischen eine gewisse Routine erlangt hätte, wobei Routine hier nicht mit Langeweile  sondern vielmehr mit einem Eingewöhnen in die hiesigen Verhältnisse gleichzusetzten ist. Nachdem wir etwas zu Abend gegessen hatten, das, da unser Vermieter nun endlich unseren Herd zum laufen gebracht hatten, nicht nur aus aufgebrühten Nudelsuppen bestand, begaben wir uns zu einem in ein Lokal das den Vielversprechenden Namen „Steinbräu“ trug. Wie der Name schon erschließen lässt handelt es sich hierbei um die Imitation eines deutschen Brauhauses. Auch wenn die Einrichtung mehr  einer österreichischen Ski-Hütte ähnelte, so vermittelte es doch ein Stück Heimat, deutsches Pils und Kölsch auf der Getränkekarte vorzufinden. Auf unserem Weg zur nächsten Marschrutka hatte ich auch mein erstes Erfolgserlebnis. Nachdem wir einige Meter geschlendert waren bemerkte ich, dass mir die Gegend doch sehr vertraut vorkam und nach kurzem Orientieren fand ich sogar ohne die Hilfe unser ansässigen Freunde die korrekte Marschrutka und den Weg nach Hause.

2.Oktober: Into the Wild (Mit einiger Verspätung)

In der Nacht des 2. September sollte Nadja zu unserer Gruppe hinzustoßen. Da ihr Flieger um 5 Uhr morgens am Manas-Airport eintraf war die Nacht für Aibek und mich um kurz nach 3 zu Ende. Noch etwas schlaftrunken orderten wir ein Taxi und machten uns auf den Weg zum Flughafen. Dort mussten wir einige Zeit warten, da der Flieger nicht gerade pünktlich war. Freudig empfingen wir Nadja und machten uns wieder auf den Weg zu unserer Wohnung. Dort angekommen gab es für mich keine Zeit zum ausruhen, denn für diesen Tag war eine Wandertour geplant. Sofort fuhren  Aaron, Kasia und ich zu dem vereinbarten Treffpunkt mit dem Bergführer wo wir ebenfalls einige Zeit warten mussten, da die Bergtour nicht nur aus unserer kleinen Gruppe bestand sondern aus mehreren Wanderfreunden und da Pünktlichkeit hier nicht das Maß allerdinge zu sein scheint ging es erst mit einer halben Stunde Verspätung los. Mit einem kleinen Bus fuhren wir 1 ½ Stunden durch kleinen kirgisische Dörfer in denen uns nicht selten Esel, Kühe und Pferde den Weg versperrten. Während der Fahrt sollte ich schmerzhaft feststellen, dass es weitaus schlechtere Straßen als die deutschen gibt und dass ich mit meinen guten 1,85m etwas zu groß für die hiesigen Kleinbusse bin. Nachdem mich mehrere Schlaglöcher gegen die Decke des Wagens geschleudert hatten, kamen wir endlich an dem Ausgangspunkt unserer Wanderung an. Mit freudigen Erwartungen machten wir uns an den Aufstieg. Zunächst wanderten wir auf Kies- und kleinen Waldwegen die uns schließlich über die Baumgrenze führten wo wir uns  auf einer stetig ansteigenden Hochebene wieder fanden. Der Weg dem  führte uns nach insgesamt 2 ½ Stunden zu einem Bergsee, dessen Farbe wohl alles übertraf was ich bisher erblickt hatte. Das Wasser war von einem unbeschreiblichen Blau. Gesäumt war der  See von schneebedeckten Berggipfeln die sich höhnisch gen Himmel reckten. Ein Blick ins Tal ließ erahnen welch anstrengenden Weg wir bis hier hin zurück gelegt hatten. Unsere schmerzenden Füße bestätigten diese Ahnung. Dankbar badeten wir sie im eiskalten Wasser des auf 2900 Metern  gelegenen Sees. Eine kleine Rast gab uns weitere Kraft den See  genauer zu erkunden, bevor wir uns an den Abstieg machten. Wieder am Treffpunkt angekommen, an dem sich unsere Heimfahrt selbstverständlich wieder etwas verzögerte, entspannten wir uns nach sieben anstrengenden Stunden voller Naturerlebnissen, Anstiegen und Abstiegen. Auf unserer Heimfahrt  durch querten wir  das Dorf „Rotfront“, das vor einiger Zeit von deutschen Siedlern gegründet wurde und bis zum heutigen Tage eine starke deutsche Gemeinde beherbergt. Einige „Kuhstaus“ und durch Schlaglöcher hervorgerufenen Schlägen auf den Kopf später, kamen wir wieder in Bischkek an, wo wir noch zusammen saßen und Najda gebührend in unserer Mitte begrüßten. Später als geplant ging ich zu Bett. Ein anstrengender Tag war zu Ende.

IMG_0045IMG_0031

IMG_0030

Die erste Woche

September 25th, 2011 by lukast

Bereits eine Woche ist vergangen seit ich hier angekommen bin und nun möchte ich langsam anfangen meinen Blogg zu führen. Nach einer Woche in einem fremden Land ist es selbstverständlich, dass ich bereits viele neue Eindrücke gesammelt habe und Erfahrungen gemacht habe, die prägendsten und aufregendsten möchte ich hier erzählen und mit euch Teilen.

17.-18. September: Flug und Ankunft in Bischkek.

In Frankfurt um viertel vor Mitternacht ging es für Aaron und mich los. Das Flugzeug startete in Richtung Moskau wo uns ein gut zwei Stündiger Aufenthalt bevorstand bevor die Maschine nach Bischkek flog. Bereits im Flugzeug macht ich Bekanntschaft mit einer jungen Familie die in Deutschland leben und auf dem Weg nach Kirgistan waren um dem dort wohnenden Großvater seinen neugeborenen Enkel vorzustellen. Nach einigen Interessanten Stunden des Fluges begann das Flugzeug mit dem Landeanflug auf den Manas-Airport bei Bischkek. Ein Blick aus dem Fenster der Maschine raubte einem fast den Atem, denn vor uns lagen die Schneebedeckten Berge Kirgistans. Am Boden wurden wir bereits erwartet und zu unserer neuen Wohnung gefahren, welche wir nun mit Aibek und Mirlan teilen, zwei jungen Kirgisen die uns bereits in Deutschland über Facebook kontaktiert haben und uns das Angebot für die Wohnung machten. Nachdem wir die Zimmer aufgeteilt hatten gönnten wir uns zunächst eine Mütze voll Schlaf, denn so ein Flug ist anstrengend und wirklich schlafen können im Flugzeug auch die wenigsten.

Am Abend zogen wir mit Mirlan und Arslan, einem Freund von unserer kirgisischen Mitbewohnern, los mit dem Ziel etwas in der Stadt essen zu gehen. Nach meiner ersten Fahrt mit einer Marschrutka , dem hiesigen üblichen öffentlichen Verkehrsmittel fanden wir ein nettes türkisches Restaurant in welchem wir unsere erste richtige Mahlzeit in Bischkek zu uns nahmen. Das Essen war ausgezeichnet und die Preise mehr als moderat. Anschließend fuhren wir mit einem Taxi nach Hause wo wir nach zwei langen und anstregenden Tagen müde ins Bett vielen.

19.September: Vorstellung bei unseren Projekten

Am nächsten Mittag wurden wir von Perisat, welche uns bereits am Flughafen abgeholt hatte, zu unseren Arbeitsplätzen für das kommende Jahr begleitet. Zunächst ging es zu meinem Arbeitsplatz.
Das Zentrum „Nadjeschda”
ist eine Einrichtung welche sich um behinderte Kinder kümmerte welche in der kirgisischen Gesellschaft oft auf wenig Anerkennung stoßen. Nadjeschda gibt den Kindern eine Chance auf ein weitgehend selbständiges Leben. Finanziert wird das Projekt zum großen Teil von Spenden aus dem deutschsprachigen Raum, erhält aber auch zunehmend Spenden von der Bevölkerung in Form von Sach- oder Geldspenden. Nachdem ich der Leiterin vorgestellt wurde und sie mir einiges über den Ablauf der Arbeit und über das Zentrum erklärt hatte, fuhren wir mit Perisat zu dem Projekt in welchem Aaron arbeiten wird, ein Heim für Straßenkinder. Nachdem der Leiter des Projekts es kurz erklärt hatte wurden wird noch durch die Räumlichkeiten geführt. Anschließend ging es wieder nach Hause. Am Nachmittag rief uns Aibek an und fragte ob er uns die Stadt zeigen solle. Mit freudigen Erwartungen nahmen wir die Einladung an und fuhren mit einem Taxi in das Zentrum von Bischkek. Hier wurden wir bereits erwartet und nun begann die Erkundung der Stadt. Wir sahen den Sitz der Regierung, welches auf Grund seiner Ähnlichkeit zu einem amerikanischen Äquivalent „Weißes Haus“ genannt wird. Besonders auffallend ist die Architektur mancher Gebäude die sehr stark an die Zeit erinnert als Bischkek noch Frunze hieß und Kirgistan ein Sattelitenstaat der Sowjet Union war. Die blockartige Architektur weißt noch sehr stark darauf hin, dass der „große Bruder“ hier früher viel Einfluss hatte und das heutige Bischkek früher als eine sowjetische Musterstadt galt. Beeindruckend war auch der Zaun des „Weißen Hauses“ an welchem alle Namen Derer angeschrieben sind welche bei der gewaltsamen Revolution vor gut einem Jahr von den Schergen des damaligen Machthabers Bakijev in Bischkek ermordet wurden. Heute ist Kirgistan die erste parlamentarische Republik Zentral Asiens.  Anschließend sahen wir noch das Gebäude des Parlaments und eine im Boden eingelassenen metallernen Kompass an welchem die größten Städte Kirgistans verzeichnet sind. Da sich der Tag langsam dem Abend neigte suchten wir ein Lokal in einer Shopping-Mall auf wo während des Essens noch Mirlan zu uns stieß. Wieder zu Hause angekommen saßen wir noch etwas in Wohnzimmer unterhielten uns und gingen Zeitig zu Bett. Denn unser erster Arbeitstag wartete am nächsten Tag auf uns.

20.September: Ein neues Leben eine neue Arbeit

Um sieben Uhr morgens klingelte mein Wecker und ich schwang mich gespannt auf neue Erfahrungen aus dem Bett, heute sollte mein erster Arbeitstag sein. Schnell geduscht, angezogen und los ging es. Der Weg zur Arbeit ist nicht besonders schwierig, zunächst fahre ich fünf Minuten mit einer Marschrutka und laufe dann anschließend weiter fünf Minuten. Während ich Wohnviertel und Straßen passiere stelle ich fest, dass wohl wenige Leute auf der Welt einen ähnlich schönen Weg zu ihrer Arbeit haben. Auch wenn die Blockbauten und löchrigen Straßen wohl nicht das ästhetische Highlight Bischkeks sind entschädigt der Blick auf die schneebedeckten Gipfel der nahen Berge alles. Bei meiner Arbeit angekommen entscheide ich  zunächst meinen Wecker am nächsten Tag eine halbe Stunde später zu stellen, aus Angst zu spät zu kommen bin ich einen halbe Stunde vor Arbeitsbeginn angekommen und darf noch einige Weile auf den Bus warten der die Kinder bringen wird. Als der Bus ankommt helfe ich den Kindern beim austeigen und führe sie in das Hauptgebäude in welchem der obligatorische Morgenkreis stattfindet in welchem einige Lieder, die ich leider noch nicht verstehe, gesungen werden. Anschließend werde ich den Kindern der Werkoberstufe zugeteilt welche in einem Gebäude unweit des Haupthauses untergebracht sind. Ohne genau zu verstehen um was es geht werden diese Kinder wieder in den Bus verfrachtet und eine Fahrt durch Bischkek beginnt. Vor einem großen Gebäude machen wir halt und ich helfe den Kindern wieder beim Ausstieg. Anschließend geht es eine große Treppe zu dem Gebäude hinauf die nicht sehr Rollstuhl freundlich ist. Am Eingang kleben uns junge Kirgisen Schilder auf die Brust und da ich diese nicht lesen kann weiß ich immer noch nicht was für eine Veranstaltung dies ist. Im Gebäude sind mehrere Stände aufgebaut und es herrscht ein reges Treiben. Zusammen mit den Kindern , den Erzieherinnen und Erziehern bahnen wir uns einen Weg durch die Menge bis zu einem Pulk von Menschen die gebannt einem Jungen und Mädchen lauschen die etwas ankündigen oder vortragen, was genau sie machen konnte ich natürlich nicht verstehen. Als die Jungendlichen ihre Ansprache beendet haben folgt ein Programm mit traditioneller Musik des Landes und Tänzen. Auch drei unserer Kinder tragen zum Programm bei. Die drei Rollstuhlfahrer führen eine Breakdance Nummer vor bei welcher sie sich ausschließlich auf Händen herumwirbeln und hüpfen. Beeindruckend. Als sich dann endlich ein älterer Herr an das Mikrofon begibt bekomme ich auf einmal eine Ahnung wo ich hier bin. Denn der Mann spricht Englisch und stellt sich als ein Gesannter der EU vor. Jetzt fällt mir auch die kleine europäische Flagge auf die sich auf dem Aufkleber befindet den wir an der Tür erhalten haben. Anscheinend ist dies eine Veranstaltung für Heime und Schulen die in einer Partnerschaft mit der EU stehen und da lässt es sich die EU natürlich nicht nehmen als großer Gönner aufzutreten.

Nachdem das Programm beendet war fuhren wir mit dem Bus zu meinem eigentlichen Arbeitsplatz zurück in welchem es eine Nudelsuppe zum Mittagessen gab. Die Behinderungen der Kinder, die ich betreue, sind sehr vielfältig. Da gibt es drei Kinder welche zwar an auf den Rollstuhlangewiesen sind aber keine körperliche Behinderung haben und sich mit Hilfe ihrer starken Arme fast komplett unabhängig bewegen können, da gibt es einen autistischen Jungen, ein Mädchen mit dem Down Syndrom und ein Junge mit einer augeprägten Lernschwäche. Zwei weitere Kinder sind in unserer Klasse, welche auf Grund ihrer schweren Behinderung im Rollstuhl sitzen und sich nicht mitteilen können. So dachte ich zumindest. Denn eines dieser Kinder, so stellte ich fest, kommuniziert mit Hilfe seiner Augen. Schielt es kurz nach oben weiß man dass es wieder im Rollstuhl nach unten gerutscht ist und aufgerichtet werden will, ein Schielen in die entsprechende Richtung und man weiß wo es hin will.

Nachdem wir noch das Zimmer aufgeräumt hatten in Kinder wieder in den Bus gesetzt hatten fuhr ich mit der Marschrutka wieder nach Hause. Mein erster Arbeitstag war beendet.

21. September: Vorstellen

Eine halbe Stunde später als am Vortag sprang ich aus dem Bett und machte mich wieder auf den Weg zur Arbeit. Dort wurde wieder der allmorgendliche Morgenkreis abgehalten, bei dem ich diesmal zumindest die Wörter „Guten Morgen“ verstand. Daraufhin ging ich wieder mit meiner Klasse los zu unserem Haus. Dort bastelten wir zunächst bis ein kleines Frühstück gab. Anschließend setzten wir uns im Kreis und jeder stellte sich mir der Reihe nach vor, da dies am vorigen Tag auf Grund des Ausfluges zu kurz gekommen war. Bis zum  Mittagessen bastelten wir gemeinsam und sammelten im Hauseigenen Garten Walnüsse. Nach dem Mittagessen, welches aus einem Linsenbrei bestand, der trotz  Bedenken aufgrund seiner optischen Erscheinung. erstaunlich gut schmeckte beschäftigte ich mich noch etwas mit den Kindern bis es dann ans aufräumen ging und an den anschließenden Heimweg.

Am Abend versammelten sich einige Leute bei uns in der Wohnung mit denen wir anschließend in einen Club gingen in welchem ein Berliner DJ auflegte, der uns noch kurzfristig auf die Gästeliste geschrieben hatte. Früher als üblich gingen wir nach Hause, wir mussten ja schließlich am darauffolgenden Morgen arbeiten.

22. & 23 September: Jetzt wird geheiratet

Auch am Donnerstag und Freitag änderte sich am Ablauf des Arbeitstages wenig und ich hatte viel Freude mit den Kindern beim Basteln und Malen. Am Abend des Freitags versammelten wir uns wieder bei uns in der Wohnung und zwei weitere Freiwillige aus Nadjscheda besuchten uns. Anschließend gingen wir noch in einen Club unweit unserer Wohnung, bei dem es aus irgendeinen Grund den Themen Tag „Hochzeit“ gab….warum weiß ich auch nicht, da ich den Moderator nicht verstand.

24. September: Monopoly auf Russisch

Der Samstag lief reichlich gemütlich ab da dieser auch hier, zumindest in unseren Projekten ein freier Tag ist. Nachdem wir reichlich ausgeschlafen hatten  fuhren wir in das Zentrum von Bischkek um an einem Bankautomat Geld abzuheben da unser Vermieter langsam etwas ungeduldig auf die erste Zahlung der Miete wartete. Wieder zurück laß ich noch ein bisschen bis wir uns abends zu einer gemütlichen Runde Monopoly trafen. Da das Monopoly auf  Russisch war mussten wir leider stets unsere Mitbewohner die Ereignisskarten übersetzten lassen  Da die örtlichen Supermärkte hier sieben Tage die Woche und Rund um die Uhr geöffnet hatten zogen wir noch zu unserem benachbarten Markt um uns noch einen Mitternachtssnack zu gönnen. Das dies ein Fehler war stellte sich für mich am kommenden Tag heraus.

25. September: Verfallene Lebensmittel

Als ich aufwachte fühlte ich mich nicht besonders gut. Bereits Tage zuvor mussten wir feststellen, dass die Supermärkte es nicht allzu eilig haben Waren, die das Verfallsdatum überschritten haben, aus dem Regal zu nehmen. Die aus Deutschland mitgebrachte Notfallapotheke verschaffte meinem Leiden aber schnell Linderung, während Aaron und Aibek das Nationalmuseum besuchten, denn aus irgendeinem Grund hatte nur mein Magen etwas abbekommen.

Das war meine erste Rückmeldung aus Kirgistan. Da dies mein erster Blog ist den ich je führe wäre ich über Verbesserungsvorschläge und Anmerkungen sehr erfreut. Und beim nächsten mal versuche ich mich kürzer zu fassen, versporchen.