Ein Gedanke schwirrte meiner Mitbewohnerin Kasia schon seit langem im Kopf herrum, sie will Jaks sehen und das Einizge was man über Kirgistan in ihrer Heimt weiß ist, dass es hier Jaks gibt und diese sogar geritten werden sollen, dann muss man der Sache natürlich mal auf den Grund gehen. Nur leider gibt es in Bischkek keine Jaks, also was muss ein Ausweichplan her. Da sie irgendwo aufgeschnappt hatte, dass es in Naryn sehr viele Jaks geben soll wird an einem schönen Samstag schnell der Rucksack gepackt, beide Mitbewohner, Aaron und meine Wenigkeit, geschnappt und los geht es in die Stadt Naryn . Natürlich wird vorher noch schnell abgeklärt ob es dort eine Möglichkeit zum Übernachten gibt, gibt es, eine Mutter einer Bekannten der Freundin eines Freundes lebt dort und kann uns behilflich sein. Morgens um Acht Uhr soll die einizge Möglichkei seine eine Maschrutka nach Naryn zu bekommen und mit einer einstündigden landesüblichen Verspätung fährt diese auch los. Sieben Stunden soll die Fahrt dauern und die Enge in dem Mercedes Sprinter macht das Ganz nicht angenehmer. Als Entschädigung führt uns unsere Fahrt über verschneite Gebirgspässe, tiefe Täler und vorbei an zu Eis erstarrten Seen. Die Straßen sind fürchterlich und die permanente Wackelei lässt mich nur mit dem Aufbringen all meiner Kräfte mein zu mir genommenes Früchstück behalten. Nach einer Höllenfahrt, die alle Glieder zum schmerzen gebracht hat, kommen wir in Naryn an. Da waren wir nun, drei Ausländer mutterseelen allein in einer kleinen Provinzhauptstadt die gerade einmal 40.000 Einwohner zählt. Hier soll es doch irgendwo Jaks geben? Doch schon bald trafen wir unsere Kontaktperson. Die nette Dame zeigte uns ihre Arbeitsstelle, eine Art Bildungszentrum, und anschließend gingen wir in einem kleinen kirgisischen Restaurant essen. Nachdem wir gegessen hatten wurde uns unser Hotel gezeigt in dem wir die Nacht verbringen sollten. Da Naryn die letzte größere Stadt vor der chinesischen Grenze ist beherbergt es oft Touristen oder Personen die geschäflich auf der Durchreise sind. ACHTUNG!, wer jetzt denkt in Naryn erwarten ihn deswegen Sterne-Hotels in Massen der hat weit gefehlt.Das einzige Hotel in Naryn ist ein altes, wohl noch aus Sowjetzeiten stammendes, Blockgebäude in welchem die ein oder andere Fensterscheibe zerbrochen ist und das angrenzende Gebäude, in dem sich mal ein Restaurant befunden haben soll, steht, so scheint es zumindest, kurz vor dem Einsturz. Die Szenarie erinnert mehr an einen Horrosfilm und das Cafe im Erdgeschoss wird um acht Uhr Abends zur Stadtdisko umgewandelt, aus welcher dann laute kirgisische Techno Musik schallt zu welcher heftig getanzt wird.

Nachdem wir unser Zimmer in Augenschein genommen haben, ein kleiner Raum mit vier Betten, wollten wir ein bisschen die Stadt erkunden. Zu einer der lieblings Beschäftigungen von Kasia und Aaron gehört es Basare zu besichtigen und da es in jeder kirgisischen Stadt mindesten einen gibt, darf der in Naryn natürlich auch nicht ausgelassen werden. Leider waren wir schon etwas spät dran und viele Stände hatten bereits geschlossen. Nach ein paar Fotos mit Genosse Lenin, der noch erhaben auf einem großen Platz steht, wollte wir die nahen Begre besteigen.

Nur wie kommen wir da hin? Durch ein Wohnviertel irrend, in welchem uns ein jedes Kind ein “Hello” hinterherschreit, da wir ja offensichtlich Ausländer sind, treffen wir auf einen stark betrunkenen Mann der, nachdem er zunächst vorgegeben hat mit uns sprechen zu wollen, uns nach Geld für Tee fragt und als wir abwinken agressiver wird. Schnell machen wir uns aus dem Staub und finden doch endlich einen Durchgang zu den Bergen. Da die Sonne schon im Untergehen begriffen ist besteigen wir lediglich einen kleinen Hügel von welchem wir ganz Naryn überblicken können. Anschließend begeben wir uns zurück zu unseren Hotel in dem wir etwas essen und am Abend bei ein paar Bierchen zusammen sitzen , Karten spielen und im Hintergrund beständig den fürchterlichen Techno aus der Stadtdisko hören. Am nächsten Tag ist es endlich so weit, heute würden wir Yaks sehen. Die Frau die wir am Vortag getroffen haben hat uns für diesen Zweck einen Fahrer organisiert der uns mit einem alten nicht gerade vertrauenserweckenden VW in die Berge bringen soll. Mit enomer Geschwindigkeit ging es auf Schotterpisten die Berge hinauf und bei Gescheppere und Gklappere stellt Aaron fest: “Das ist wie in einem Gocart”.

Nach einiger Zeit erreichenten wir einen kleinen Bauernhof weit oben in den Bergen. Verdammt, immer noch keine Jaks. Nach einiger Zeit sahen wir sie dann, ein befreundeter Hirte des Fahrers treibt extra für die Ausländer eine seiner kleinen Jakherden zu seinem Bauernhof damit die Fremden diese bestaunen können. Leider war diese Jak Rasse eine der kleineren, doch nichts deso trotz freute sich Kasia wie ein kleines Kind endlich die lang ersehnten Yaks zu bestaunen.

Nachdem alle noch kurz auf dem Pferd des Hirten sitzten durften geht es wieder in das Taal. Doch unser Fahrer fährt nicht wie erwartet zur Hauptstraße zurück sondern führt uns in eine kleine Wohngegend wo wir vor einem Haus halten. Dort lebt die Frau, welche wir am Vortag kennen gerlernt hatten und schnell stellten wir fest, dass wir bei ihrer Familie zum Essen eingeladen sind. Nachdem ich schon nach dem Salat sehr gesättigt sind, gibt es anschließend noch einen Teller voll mit Bloff.

Nach zwei kleinen Gläsern Wodka für die Gäste bedanken wir uns und unser Fahrer bringt uns zum Zentralen Platz in Naryn wo er ein Taxi für uns organisiert. Auch wenn ich mich bereits an den kirgisischen Fahrstil gewohnt habe, übertraf dieser ausgewählter Fahrer doch wohl alles bisher gesehne. Auf löchrigen Asphalt und Schotterpisten, überholt er riskant jedes Auto das ihm in den Weg kommt und nicht nur einmal sehe ich das entgegenkommende Auto schon in unsere Motorhaube krachen. Endlich kommen wir wieder in Bischkek an und mit schmerzenden Gliedern steigen wir aus dem Taxi, eine Erlebnissreise Reise hatte ihr Ende gefunden.









